
Ausweglos schön – Vieltönigkeit, ein historischer Irrweg? (Podiumsgespräch)
14. September um 12:00

Prof. Dr. Birgit Abels (Kulturelle Musikwissenschaft, Universität Göttingen), Johannes Keller (Studio31+) & Antonius Adamske (Gespräch) | Forum Wissen (Göttingen) |
Die Musik seiner Zeitgenossen bezeichnete Nicola Vicentino (1511–1576) verächtlich als musica communa. Fußend auf den Überlegungen des mittelalterlichen Theoretikers Boethius stellte Vicentino drei Tongattungen auf, deren anspruchsvollste die enharmonische Gattung mit 31 Tönen pro Oktave neue Klangwelten eröffnete. Mit seiner völlig neuartigen Musik hatte Vicentino wechselnde Erfolge. Während er am Hofe von Ferrara mit diesen soave generi einige Gunst erntete, missglückten solche Experimente in Rom und andernorts.